Hildegard Hamm-Brücher : „Und dennoch…“

Hildegard Hamm-Brücher "Und dennoch"...: Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft ,Gebundene Ausgabe,

Hildegard Hamm-Brücher „Und dennoch“…: Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft ,Gebundene Ausgabe,

Das Buch von Hildegard Hamm-Brücher „Und dennoch“…: Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft (Gebundene Ausgabe, noch im Original folienverschweißt) habe ich doppelt: Es ist eines der Bücher, die man sich gelegentlich selbst kauft und dann (Glücksfall, wenn Menschen so gut wissen, was einen interessiert) auch zusätzlich fast zeitglich geschenkt erhalten.

So habe ich mein Geschenkexemplar behalten und gelesen und gebe das selbst gekaufte und nach wie vor noch in der Originalfolie verschweisste und verpackte Exemplar ab.

Wie für alle meine Bücher gilt: Verkauf aus Privathaushalt, Nichtraucherhaushalt, keine Haustiere. Das Exemplar ist zudem uneingeschränkt als Geschenk verwendbar – vielleicht für Weihnachten? Für jemanden oder für Sie selbst?

Wenn Sie es gern adoptieren möchten, HIER können Sie es erwerben und erhalten es dann zugeschickt oder können es gern abholen nach Terminvereinbarung. Gern können Sie mir auch einen Preisvorschlag dazu hier senden.

Hildegard Hamm-Brücher und die Bücher, die sie geschrieben hat, schätze ich schon seit vielen Jahren. Bereits seit Studienzeit stehen „Wider die Selbstgerechtigkeit“ und andere ihrer Bücher in meinem Bücherregal, werden von Zeit zu Zeit immer mal wieder zur Hand genommen und gelesen. Und sind in vielem aktueller denn je.

So lassen sich viele Gedanken – nicht nur der Titel „Wider die Selbstgerechtigkeit“ und nicht nur im Kontext der Politik – beim Verhalten der Medien und der Menschen in sozialen Medien schwer aus dem Sinn bringen, wo es um ganz Alltägliches, um Gesellschaftliches und das Miteinander in solcher geht. Ob rund um das Verfahren von Uli Hoeness, um Verwandtenaffären oder politische Skandale und die Personen in ihrem Fokus oder Geschehnisse wie die Ablehnung der Aufnahne eines türkischen Kleinkindes auf die Warteliste des Transplantationszentrums der Uniklinik Giessen und Marburg: Zwischen der wünschenswerten Bürgerdemokratie und Meinungsfreiheit, deren Bildung, Ausbildung und Ausübung wünschenswert sind, einerseits und einer mit oftmals frappierender Unwissenheit gepaarter hemmunsloser Prangerliebe, Klischeepflege bis hin zu diffamierenden, beleidigenden und strafrechtlich bedenklichen Kommentaren sind exzessive Entgleisungen zu lesen.

Entgleisungen, die sich dann noch mit dem Feigenblatt der Moral, der Ethik, der Menschenwürde, des Mitgefühls und der vorgeblichen Hilfsbereitschaft über jedes Gesetz und jedes geltende Recht nicht nur selbst hinwegsetzen, sondern auch dazu auffordern und dies mit dafür angeblich geschaffenen Grund- und Menschenrechten  rechtfertigen. In einer Selbstgerechtigkeit, die jenseits aller rechtlichen, moralischen und gesetzlichen wie sozialen Regeln ihresgleichen sucht. Und dabei keine Skrupel kennt, mit Vorwürfen der Eugenik, der Geschichte Deutschlands im Dritten Reich Rassismus-Vorwürfe und solche des „Babymords“ zu erheben, Ärzte und Richter im Giessener Fall des türkischen Kindes als „Nazipack“ zu beschimpfen, als „Urteile eben aus Nazideutschland“, die sich an geltendes Recht gehalten und gebunden gesehen haben.

Eine Patientengeschichte, die daneben auch vieles sehr deutlich und exemplarisch zeigt und andernorts noch vertieft und eingehend thematisch behandelt und auch rechtlich zu erläutern sein wird.

Die aber auch die Selbstgerechtigkeit als Gefahr für Toleranz und Umgang miteinander in einer digitalen und realen Welt heute spiegelt.

Zu der das Buch Hildegard Hamm-Brüchers auch mit dem Untertitel „Nachdenken über die Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft“ insofern sehr gut passt, als zunehmend mit einer 70 Jahre zurückliegenden Geschichte nicht nur Übernahme der Verantwortung jedes Einzelnen und der Politik eingefordert werden, die wichtig sind. Sondern bisweilen exzessiv Sonderrechte beansprucht werden, deren Ablehnung mit rassistischen und Nazivorwürfen beantwortet werden, wo Rassismus nicht im Ansatz gegeben ist. Ein Missbrauch der Geschichte und daraus resultierender gesellschaftlicher und politischer Verantwortung aber ist so wenig zu akzeptieren und zu tolerieren, wie es Wiederholungen der Geschichte wären und sind.

Hildegard Hamm-Brücher, die Grande Dame der deutschen Politik und eine der wenigen Zeitzeuginnen ihrer und der folgenden Generationen, blickt auf die Zeit seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zurück in ihrem Buch „Und dennoch….“ und wirbt darin eindrücklich wie eindrucksvoll für ihre persönlichen Lebensthemen – das Lernen aus Fehlern der Geschichte, Stärkung der Demokratie und die Verteidigung der Freiheit. Lesenswert beschreibt sie ihre Erfahrungen als Frau in der Politik, betont die Bedeutung der Bildung als Teil der Bürgerrecht und diese selbst und zeigt einen klugen und nachdenklichen Blick auf zurückligende Jahrzehnte verbunden mit der Beschreibung unserer Zeit und der darin liegenden Herausforderungen. An jeden. An die Politik. An die Gesellschaft.

Hildegard Hamm-Brücher war Staatsministerin, Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten und langjährige Abgeordnete. Die inzwischen 93-jährige Politikerin und Autorin wurde mehrfach ausgezeichnet für ihr Engagement in Demokratie- und Bildungsfragen, das sie auch nach Ausscheiden aus ihren Ämtern pflegt. Sie ist eines der bemerkenswerten Beispiele für waches und engagiertes Engagement selbst in hochbetagtem Alter.

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