„Bücher, die Dein Leben beeinflusst haben……..“

Books to Meet Again © Liz Collet

Books to Meet Again © Liz Collet

Kennen Sie das – Bücher, die uns länger als selbst die Menschen im Leben begleiten, mit denen man sein Leben verbringen und alt werden will? Bücher, die länger als selbst die allerbesten Freunde das eigene Leben begleiten?

Wenn ich die Ausgabe von Camus‘ La Peste aufblättere, die ich gerade wieder auf dem Lesesofa liegen habe und seit langem wieder einmal lese, dann sehe ich darin den handschriftlichen Eintrag meines Namens und das Datum „2|3|82“.

Es ist mitnichten eines der wirklich ältesten der Bücher in meinem Regal. Da gibt es noch eine ganze Reihe anderer. Aber es gehört auch zu meinen Lieblingen, kurz vor den schriftlichen Prüfungen des Abiturs gekauft, Lektüre im Leistungskurs Französisch, neben Englisch eines meiner beiden Hauptfächer, danach folgten Biologie und Geographie als Grundkurse.

Ich habe meine Fächer gleichermassen mit „Hirn wie Herz“ wählen können, weil diese Fächer mir so sehr am Herzen lagen, dass ich zwar kein Einser-Abi damit erwarten konnte (aber auch nicht musste), aber die Freude an dem, was ich mit ihnen lernte viel mehr spürbar war, als Prüfungsängste Chancen bekommen konnten. Ich fand sie einfach spannend und interessant. Und bei den Sprachen lagen sie mir unerfindlicherweise einfach. Auch ohne pedantisch Grammatik zu lernen – die habe ich eher lässigsportlich auf das Unverzichtbare Must-do reduziert. Das ist sicher nicht vorbildlich, aber um  letzteres sein zu wollen, fehlt mir die Ambition und die erforderliche Selbstüberschätzung, das für irgendjemand sein zu können 😉

Dafür las ich liebend gern Bücher in der Originalsprache, selbst wenn ich sie auf deutsch hätte lesen können.Manche konnte ich mir in Büchereien leihen, andere nur kaufen. Und auch nur kaufen, weil ich seit ich 14 war, nebenbei jobbte. Um Kurse bezahlen und lernen zu können und Bücher dafür zu finanzieren, die ich für VHS und Schule benötigte und die nicht von der Schule ausgegeben wurden.

Während so manche Freundin sie erst auf deutsch las, um sie dann noch in der Originalsprache zu lesen, liebte ich den Sprung in die Originalsprache selbst. Während manche Freundinnen mit dem Wörterbuch Wort für Wort erarbeiteten, was sie nicht verstanden und entsprechend lustlos den Kampf durch die Seiten fochten und fluchten, dass Wortschatz lernen „eine echte Pest“ sei, war meine Strategie eine andere. Nicht nur, weil ich wenig Lust und auch nicht die Möglichkeit hatte, überall dort wo ich las, Wörterbücher mit mir herumzutragen. Denn ich las, wo immer ich Gelegenheit hatte. Auf dem Schulweg, auf dem Weg zu Kursen abends, wo immer sonst Zeit dafür war. Und ich las, selbst wenn ich nicht wörtlich jedes Detail verstand und erfasste über den Sinn dann die Bedeutung bisher nicht bekannter und gelernter Worte.

Blättert man durch meine Ausgabe von Camus‘ La Peste wird man dennoch bis exakt Seite 15 vereinzelt Übersetzungen einzelner Worte darin finden. Es entsprach der Methode, wie sie der Lehrer im Englisch-LK mit der Lektüre dort gelesener Bücher verlangte, um sich Wortschatz anzueignen. Aber dort wie auch im Französischen endete diese Methode für mich bei Camus in La Peste auf S. 15. Ich erinnere mich noch, wie ärgerlich ich es fand und empfand, mit solcher Wort-Arbeit vom eigentlichen Lesen und Erfassen des eigentlichen Inhalts und Sinns mehr abgelenkt zu werden, als durch ein hie und da nicht auf Anhieb gekanntes Wort, das dem Verstehen des Buches weit weniger hinderlich war.

Amüsant, wie sich in Büchern auch Spuren des Arbeitsstils, seiner Änderung und der Rebellion gegen auferlegte Methoden zufällig widerspiegeln.

Ein paar Jahre später, als ich bereits als Anwältin arbeitete und bereits junge Mutter war, habe ich – ohne je zuvor Lateinunterricht gehabt zu haben – innerhalb der Winterferien zum Nachweis von Lateinkenntnissen  als Promotionsvoraussetzung eine Exegese zu einem Text eines in lateinischer Sprache geschriebenen Gesetzes gefertigt. Dazu musste dieser übersetzt und geklärt werden, um welchen es sich handelte und dieser auch interpretiert werden und diverse Prüfungsfragen für diesen beantwortet werden. Um dies zu tun, las ich rund fünfeinhalbtausend Buchseiten quer, die ich in der Staatsbibliothek und anderen Bibliotheken recherchierte, davon rund 80% in lateinischer Sprache. Um sie dann auszuwerten und zu verarbeiten. Selbst wenn ich je vorher Lateinunterreicht gehabt hätte, mit wörtlichem Übersetzen und einem Wörterbuch nebendran wäre ich gnadenlos verloren gewesen, erst recht in der Zeit, die ich nur zur Verfügung hatte.  Schliesslich hatte ich nur knapp zwei Wochen Urlaub dafür zwischen dem ganz normalen Anwaltsarbeits- und -alltag davor und danach wieder. Dass ich diese zwei Wochen in einem Marathon von 44-Stunden-Arbeiten, 4 Stunden Schlafen-Wechsel absolvierte, um damit in dieser Zeit durchzukommen, wofür nach Aussagen meines Profs andere ein Semester Zeit hätten, ist eine Fussnote der Geschichte, die nur am Rande erwähnt sei.   Ohne die Technik, Fremdsprachen und fremdsprachige Bücher zu lesen und ihren Sinn zu erfassen und mir dadurch zugleich dann den Wortschatz zu erschliessen, wie ich es bei Camus ‚ La Peste erstmals so konsequent begann, wäre diese Exegese anders ausgegangen. So hat dieses Buch – abgesehen von der Bedeutung, die es sonst als Buch, als erstes und eines von den Büchern Camus‘ für mich ohnehin hatte – noch weitreichender geprägt und mich beeinflusst.

Eines der Bücher, die uns beeinflussten, im Leben…………….

Und auch den Boden für die spätere Arbeit, Studium, Arbeit bereiteten, zu dem auch die Fähigkeiten gehören, Mut zur Lücke zu haben und damit zu arbeiten. Denn gute Examen schreibt man nicht, indem man Gesetze auswendig lernt. Oder Urteile. Sondern indem man den Sinn von Recht, Gesetzen erkennt, weiss wo die entscheidenden Gesetze stehen, wie man sie anwendet, wie man sie auslegt, wie man sie auch „analog“ auf bisher nicht vom Gesetzgeber erkannte Fallsituationen anwenden kann (oder nicht darf, bei restriktiv geltenden Regeln). Wie man Lücken des Gesetzes schliessen kann, wie man Recht weiterentwickeln kann und muss – gerade auch als Anwalt. Auch weil kein Verlass darauf ist, dass andere (Richter, Staatsanwälte, Professoren und Universitäten) das Recht allein und ohne Anlass und ohne gute Argumente immer richtig, immer fehlerfrei anwenden; noch weniger: immer und in die gebotene Richtung weiter zu entwickeln und anzuwenden bereit sind. Es ist das stehende Recht, das in Worte und Text gefasste Recht – es ist der Sinn in und zwischen Worten des Rechts, des Gesetzes, auch in den Lücken zwischen den Worten und in denselben, in denen Chancen liegen, Recht auch in jedem zu beurteilenden und zu entscheidendem und zu vertretendem Fall so nah wie möglich an auch eine ge.RECHT.e Behandlung heranzuführen und gelangen……, gelingen zu lassen. Darin lag und liegt für mich bis heute einer der besonderen Reize der Jurisprudenz. Der anwaltlichen Arbeit, aber auch der Rechtsliteratur. Der anderer, der…………die man selbst in die Lücken füllen kann, die das Recht lebendig und spannend machen. Mut zur Lücke? Chancen, die in diesen liegen, ebenso wie in den bereits bestehenden Worten um diese Lücken herum, die Recht bilden, Meinung bilden, Recht weiter bilden.

Den Mut zur Lücke zu haben, gehört nicht nur zu Fremdsprachen und dem Wortschatz und Vokabeln solcher.

Im September machte eine #BookChallenge die Runde. Ich bin kein Freund von Ketten- und Serienspielchen und noch weniger von „Wenn Du, …dann teile diesen Post/dieses Bild“-etc.-Spielchen, ich übersehe derlei grundsätzlich sehr „kompetent und völlig mühelos“.

Und über Sinn und Unsinn verschiedener Challenges, zuletzt des icebucketchallenge wurde hinlänglich an anderen Stellen mehr als genug geschrieben, kritisch wie unkritisch, je nach Belieben.

Bei Büchern aber………. da machte ich eine Ausnahme. Obwohl es eigentlich ab.so.lut unmöglich für mich wäre, mich auf nur 10 festlegen zu wollen oder müssen, wenn ich sagen sollte, welche es waren, die mein Leben beeinflusst hätten. Denn ich könnte bei den ungezählten tausenden von Büchern, die ich weggeschmökert habe, alle 10 Minuten tagelang je 10 weitere nennen, die mich ebenso sehr und nachhaltig nach dem Lesen weiter beeinflusst haben. Genauer betrachtet ist jedes einzelne, ja: wirklich jedes einzelne Buch ein solches, das als grösseres oder kleineres Puzzlestück, jedes aber als Mosaikstein das Leben beeinflussen. Mehr oder weniger intensiv, aber jedes auf seine eigene Art. Welche könnte man nennen?

  • Das allererste, das den Weg in die Welt der Bücher wie eine Pforte öffnete? Und bei dem es vielleicht wichtiger als bei allen folgenden sein kann, ob es uns Lust und neugierig macht, nie wieder aufzuhören, jedes weitere Buch ebenso gern und gespannt aufzuschlagen?
  • Oder sollten wir diejenigen nennen, die uns von jemandem geschenkt wurden, der besonders wichtig in unserem Leben war oder ist – und mit dem auf immer jenes Buch verbunden sein wird?
  • Oder das Buch, das uns am meisten half, eine Prüfung zu bestehen – eine in Schule, Ausbildung, Studium…………..oder eine in der Schule des Lebens?
  • Wer je ein Buch selbst geschrieben, daran mitgeschrieben hat, wird vermutlich dieses, das einzige oder das erste von mehreren vielleicht nennen.
  • Und wer – wie ich – auch mit seinen Fotoarbeiten Bücher anderer im Buch oder gar auf dessen Cover mitgestalten und ihm damit ein „Gesicht“, ein Aussehen, eine Form geben durfte, wird nie wieder ohne ein leises Lächeln an eben diesen Büchern und Buchregalen vorbeizugehen vermögen. Und nie den Augenblick vergessen, wo ihm vielleicht sogar ganz unvermutet in einer Bücherei oder Buchhandlung eines seiner eigenen Fotos vom Cover eines Buchtitels entgegenguggt, wie es mir im vergangenen Jahr passierte. Zumal auf einem Fachbuch eines DER führenden juristischen Verlage. So dass sich der eigentliche eigene Beruf der Juristin auf wundersame Weise mit dem weiteren Tätigkeitsbereich meines Lebens, der mir vor rund 10 Jahren eher zufällig zugewachsen ist, verbinden und verweben und …………..neue Spuren im eigenen Leben hinterlassen, aber auch Ideen und Inspiration für weitere Möglichkeiten. Neue Türen, neue Wege……….die Bücher als Welten öffnen.

Ich könnte die Liste der Überlegungen noch fortführen, wonach man in vielfältigster Weise auswählen und immer neu sortieren und beantworten kann und könnte, welche 10, 20, 30 …………nein, eben: endlos vielen Bücher das eigene Leben in irgendeiner Weise beeinflussten und beeinflussen können. Und mir fiele dennoch nicht leichter, zu sagen: Die oder jene 10 aber dennoch am allermeisten und allerwichtigsten.

Die Wahl meines Studiums hatte noch nicht den Blickwinkel auf einen anwaltlichen Beruf gerichtet, es sollte vielmehr der Einstieg für einen Beruf für das Auswärtige Amt sein, bei dem mir unter anderem meine Liebe zu mehreren bereits erlernten Fremdsprachen und die Lust auf weitere und andere Fähigkeiten und Interessen (auch an anderen Ländern und Kulturen) gut zu passen schienen, als mein Vater mich fragte, ob das nicht was für mich wäre – Auswärtiges Amt.

Dass ich bereits im Laufe des ersten Semesters und mit jedem Buch mehr, das ich durch das Jurastudium in die Finger bekam, verloren war für das Auswärtige Amt und an die §§-Zwirbelei selbst, hatten wir beide nicht erwartet. So passt bereits an dieser Stelle

“Books can be dangerous.
The best ones should be labeled
“This could change your life.”

Helen Exley

Der Satz traf aber (in Wahrheit) schon immer auf mein Leben zu, seit ich mit 5 lesen lernte. Und auch während meines Studiums und später nicht weniger, denn…..

Dass ich dann aber nicht wie zunächst interessant schien, den Beruf des Richters wählen würde, lag an zwei Büchern und Themen, von denen mir schnell klar war, die Arbeit daran nicht wählen und aus eigener Entscheidung heraus praktizieren zu können, wenn ich Richterin werden würde. Kaum jemand kann dort von vornherein entscheiden, welche Fachrichtung er einschlagen kann und auf welchem Richterstuhl er landen und bleiben wird. Das aber war mir unverzichtbar: Wählen, was ich selbst machen will, welches Rechtsgebiet.

Wo ich thematisch und fachlich hin wollte, wusste ich nachdem mich ein Vortrag über Embryonenforschung und mit diesem ein Buch über die Arbeit der Benda-Kommission, vorgeburtliche Diagnostik, Genforschung und über „wrongful life“ und „wrongful birth“ nicht mehr losgelassen haben. Und für mich das Kapitel „Medizinrecht“ aufschlugen. Wohin es mich führen würde (nämlich als Anwältin zu arbeiten und anderes mehr und in welchem Radius), war mir noch nicht klar, nur:

DAS war es, was nicht mehr los liess – Medizin, Recht, Health Topics mit einer Variationsbreite an Themen und Bedeutung quer durch mehrere Rechts- und Lebensbereiche, nicht nur Recht, sondern auch Rechts- und Medizinethik.

Dass dies mehr als juristische Schreibtischarbeit würde, war so wenig absehbar, wie anderes, zu dem es führte. Vortrags- und Kongresstätigkeiten, Veröffentlichungen ……….und am wenigsten: zur Fotografie.

So gehört das eben zum Erstaunlichsten und Wunderbaren bei Büchern: einmal das Kapitel eines neuen Buches aufgeschlagen weiss man nie, wohin es durch die Gedanken und Texte anderer zu deren Schlussfolgerungen und durch diese hindurch oder vielleicht sogar gegen diese eigene Meinung bildend und davon inspiriert zu neuen, eigenen Gedanken führt. In eigene Worte………..und in meinem Fall auch eigene, auch veröffentlichte Texte und Arbeiten. Und ……..über die Arbeit dort am Ende sogar zur Fotografie als zweitem Berufsbereich, aber das ist wiederum eine eigene Geschichte.

Waren dann auch Bücher wie Picker’s „Wrongful Life“ oder Bücher von Ernst Benda also in gewisser Weise Strassenschilder am Wegesrand meines Weges? Sicher, auch. Wie aber auch viele andere der Bücher, die meines Weges kamen oder die mich suchten und fanden. Und vice versa.

Zu denen ganz sicher auch jene gehören, die ich nebenbei bei Geschichte, Romanistik, Anglistik, Rechtsgeschichte und Medizingeschichte suchte, fand oder die mir als Themen ins Heft der Aufgaben geschrieben wurden. Wie etwa bei Seminaren und der Exegese durch meine Professoren, die ich während Studium, Referendariat und sogar noch in meinen ersten Anwaltsjahren (die Exegese) absolvierte. Und neben den schriftlichen Arbeiten daran und mit der in Archiven der Staatsbibliothek und anderer zu suchenden Literatur wuchsen weitere Ästelungen und Gabelungen hinzu, die rückblickend bereits heutigen Tätigkeiten den Grundstein legten………und auch das wie zu prägen und gestalten begannen…… das nicht allein im Juristischen Denken, Arbeiten und Beruf liegen. Zu denen auch der Blick auf Vergangenheit und Wurzeln geschichtlicher wie juristischer Entwicklung und Prägung gehören, um im Jetzt und Morgen und bei der Weiterentwicklung gute Arbeit zu machen. Mehr noch: die Art von Einschätzungen und Prognosen aus mehr als nur eigener Erfahrung bieten und leisten zu können, die – als Anwalt ebenso wie in anderen juristischen Berufen – rechtsgestaltende Arbeit erlaubt und ermöglicht.

Vielleicht waren es mit jenen Büchern von Picker und der Benda-Kommission also nur zwei der Bücher, die an besonderen Weggabelungen lagen  – aber Bücher berühren und beeinflussen uns dennoch ja nur, wenn sie ein Saatkorn berühren, das bereits in uns liegt, das davon genährt drängt, zu wachsen, zu werden, sich zu entwickeln, über das hinauszuwachsen, wo wir stehen und gerade gehen, wenn wir sie entdecken, öffnen und uns darauf einlassen.

Warum sonst könnten uns manche Bücher berühren und nicht mehr loslassen, manche mehr als andere?

So gehörte übrigens ein Film („Die 12 Geschworenen“, der sich für mich so lebendig wie ein Buch anfühlte und bis heute für mich ist – und das ist kein absurder Widerspruch) zu den „Begegnungen“, die besonders prägten. So wie es oftmals und für Menschen, die Bücher lieben, sonst eben eigentlich nur Bücher tun. Und als ich die BookChallenge beantwortete, hätten zB die Bücher „Die Schachnovelle“ ebenso wie „Castellio gegen Calvin“ in der Liste nicht fehlen dürfen. Aber wie ich bereits sagte – ich könnte täglich 10 Bücher auf eine Liste setzen, die ebenso jede ebenso wahr wäre als Antwort auf die Frage: Welche 10 Bücher haben Dein Leben beeinflusst? Denn diese kann in Wahrheit nur heissen: AUCH beeinflusst. Allenfalls Menschen, die nicht mehr als 10 oder 20 Bücher zeitlebens gelesen haben, können sich auf nur blosse 10 (finde ich) Bücher festlegen, die sie beeinflussten.

Dass ich bei der Fotografie ausgerechnet einen Schwerpunkt bei Food haben würde, schlängelt sich wie  eine scheinbar kontinuierliche Fortsetzung durch das Leben, seit ich  die ersten eigenen und fremden Rezepte sammelte ( mit etwa 14 Jahren), in einer Bäckerei arbeitete und als Anwältin dann unter anderem beruflich neben meinem weit älterem Sozius einen marktführenden Verlag mit betreuen durfte, zu dessen bekanntesten Büchern eben wunderschöne Kochbücher zählen. Weder dachte ich je zu dieser Zeit an Veröffentlichung eigener Rezepte, noch an fotografische Tätigkeit. Und doch……kann ich heute nicht übersehen, dass kleine Saatkörner aus dieser Arbeit und Zeit, bis heute meinen Blickwinkel mit gestalten, wie ich Bücher wie Bilder erlebte und wollte und mir wünsche , auch im Food Sektor. Ganz nebenbei auch für ethische Grundhaltung zu Lebensmitteln, Gerichten und dem Umgang, der Wahl derselben.

Wo also beginnen mit den 10 Büchern, wo eine Grenze ziehen?

Im September hatte ich die Liste folgendermassen geschrieben:

1. Bertelsmann Lexikon […..1-bändig. Weil es eines der Bücher aus dem Bücherschrank meiner Eltern war, mit denen ich seit ich 5 war, meinen Wissensdurst stillen konnte und mit denen mir mein Pappi abends nach seiner Arbeit das Lesen auf mein Bitten hin beibrachte. Und doch steht damit der Bertelsmann irgendwie nur quasi stellvertretend für die anderen Bücher, wie  etwa „Die Welt, in der wir leben“, Naturbücher, Reader’s Digest Buchbände, aber auch „Gelber Mond über der Steppe“, „Denn der Wind kann nicht lesen“, „Die Feuerzangenbowle“ uam., die ich ebenso wegschmökerte, wie alle anderen eigenen Bücher, die ich mir wünschte oder geschenkt bekam oder leihweise in die Finger.]
2. Harriet Beecher Stowe, Onkel Tom’s Hütte
3. Harper Lee, To Kill a Mockingbird
4. Albert Camus, La Peste
5. Meine erste Ausgabe des Grundgesetzes, die jeder kurz vor dem Abi bekommt
6. Erich Kästner, Die 13 Monate
7. Upton Sinclair, Boston
8. Ernest Hemingway, For Whom The Bell Tolls
9. Die Bibel
10. Berte Bratt, Ein Mädchen von 17 Jahren

Wem das ein eigentümlicher Mix erscheint, kann ich das nicht verübeln. Manchmal sind Bücher eben sehr persönlich relevant oder in Erinnerung und prägend, aus Dritten völlig unerfindlichen Motiven. Ohne es erklären zu wollen oder zu begründen. Über andere meiner Bücher mag mancher Post hier in diesem Blog peu à peu etwas mehr ausplaudern. Zwischen anderen und aktuelleren Büchern auf dem Markt.

An dieser Stelle bewundere ich Rolf Wagner vom Prolibris Verlag, den ich meinerseits um seine Liste gebeten hatte. Was  eigentlich schon wirklich gemein von mir war – denn als Inhaber eines Verlages und als Mensch, der auch noch beruflich mit wie auch von Büchern lebt und sicher noch ungezählte mehr als ich gelesen haben wird, stelle ich es mir foltergleich vor, nur 10 auflisten zu dürfen.

Er ist mir eine Antwort dennoch nicht schuldig geblieben – Chapeau! Denn eines weiss ich gewiss: NIE werde ich mich auf 10 Bücher beschränken können als die eine Antwort, welche mein Leben beeinflussten……….und auch weiter beeinflussen werden.

Niemals.

Und Sie – wie ist das bei Ihnen? Und ………. Ihren Lieblingsbüchern, die IHR Leben beeinflussten?

PS: Besuchen Sie doch ruhig mal den Prolibris Verlag, falls Sie ihn noch nicht kennen sollten, bei Facebook. In seinem Blog – dort finden Sie unter anderem Autorensteckbriefe, Interviews und weitere spannende Artikel.  Und Hörproben und Buchtrailer können sie  auf YouTube entdecken.

 

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2 Gedanken zu “„Bücher, die Dein Leben beeinflusst haben……..“

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