17 Problems Only Book Lovers Will Understand

Winter am Canale© Liz Collet

Winter am Canale© Liz Collet

17 Dinge, die nur Buchliebhaber verstehen können, finden Sie hier.  Leider scheint es meiner Erfahrung nach niemals jemanden abzuhalten, einen wo auch immer anzusprechen, egal wie sehr man ein Buch  in der Hand haltend und darin lesend vertieft eigentlich ungestört sein möchte.

Ich kann Ihnen insbesondere wahrheitsgemäss versichern: Nicht einmal trockener Stoff aus Lehrbüchern für Strafrecht Allgemeiner Teil oder gar Verwaltungslehre und den Kopf ganz und gar in diese zu versenken, wenn man im Bus auf dem Weg zur Uni ist, schreckt oder hält Herren der Schöpfung ab, tage- und wochenlang den Sitzplatz junger Studentinnen im Bus zu umkreisen und mangels erhaschbaren Blickkontaktes schliesslich die „literarische Mauer“ akkustisch zu durchbrechen.

Ich versichere Ihnen auch: Nicht einmal ein wirklich sehr grantiger Blick hinter dem Buch hervor schreckt dann ab. Ich habe es geübt. Es war wirkungslos.

Ich war in fieser Versuchung,  mangelnde Deutschkenntnisse durch einen der dümmsten Gesichtsausdrücke vorzutäuschen, den ich mit äusserst weniger Anstrengung aufzubieten gehabt hätte. Wäre aber mit einem deutschsprachigen rechtswissenschaftlichen Lehrbuch schauspielerisch eher wenig überzeugend in der Rolle gewesen.

Die Versuchung, mich taub zu stellen oder mit einem freundlichem Lächeln gestisch Gebärdensprache zu plaudern, die mein vis-à-vis statistisch betrachtet eher nicht beherrscht hätte, erschien mir ethisch fragwürdig (Krankheiten oder Behinderung vorzutäuschen ist indisktuabel).

Die Hartnäckigkeit mancher Herren der Schöpfung lässt ohnehin befürchten, dass ihr Jagdtrieb sie womöglich bis zur nächsten Busfahrt einige Gebärden lernen lassen könnte, so dass man dann richtig in der Patsche sässe.

Es gab Momente, in denen es mich in den Fingern kribbelte, anderntags ein richtig dickes „§§-Bücherl“ auf dem Schoß im Bus zu haben. Und es dann mit Schwung einzusetzen und allzu flirtambitionierten Kommilitonen damit einen hübschen und tiefen Scheitel zu ziehen. Mit einem Schönfelder…………beispielsweise…. für die gab es sogar so hübsche Leinenüberzüge mit Stoffhenkeln der Buchhandlung  dran. Heute hat man daraus längst eine Marktlücke gemacht, angeblich, um sie bequem tragen zu können. Ich behaupte, die waren damals und ursprünglich ausnahmslos zur schwungvollen Verteidigung der ungestörten Lese- und Bildungsfreude junger Studentinnen gedacht. Mein Buchhändler wollte mir das aber leider nicht bestätigen – er meinte augenzwinkernd, ich wüsste selbst sicher am besten, dass eine solche Produktnutzung jeden Rahmen der Produkthaftung hinter sich liesse und bestenfalls noch unter Notwehrregeln zur Rechtfertigung reichen könnte….. Ob es mir nicht helfen könnte, mal einen Bus früher zu nehmen? Als hätte ich das nicht ebenso versucht, wie einen Bus später und anderntags wieder einen früher usw, bis ich mir vorkam wie ein Hase beim Hakenschlagen, auf den der Jäger dann eben eine Station weiter eh wieder wartet. Früh genug und lang genug. Ich sage Ihnen, so ein Schönfelder im Tascherl mit Lascherl zum Schwingen kann eine schwere (sic!) Versuchung sein, sich das Leben und das ungestörte Lesen wieder leichter machen zu wollen.

Denjenigen, der die Legende in die Welt setzte, Bücher seien ein guter Anknüpfungspunkt und eine Einladung für einen Gesprächsanfang, erschlage ich irgendwann mit dem Tascherl am Lascherl und dem ganzen Gewicht geballter Loseblattsammlung. 😉

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