Bibliotecas Ambulantes

Bei manchen Bildern gewinnt der Begriff „Reiseliteratur“ eine wieder völlig andere, neue Bedeutung.

Dabei bedeuten für mich Bücher ohnehin ganze Welten, mehr als nur Zimmer, Räume, Häuser, Länder und Kontinente, die man in ihnen und mit ihnen in vielfacher Hinsicht betritt.

Nein, solche mobilen Bücher-Schatzkisten sind Reisende in Sachen Bücher und Buchwelten sui generis.

Kennen auch Sie noch die Bücherbusse?

Ich weiss gar nicht, ob es solche in meiner Isarmetropole überhaupt noch gibt – aber zu meiner Grundschulzeit war der Bücherbus eine feste Institution an jedem zweiten Montag. Dann stand er neben der Eduard-Spranger-Grundschule in München um’s Eck, an der Weitlstrasse und bis zu 5 Bücher durfte man sich dann für 14 Tage ausleihen.

Für mich nienienie genug, denn spätestens nach 5 Tagen hatte ich diese fünf Bücher ausgelesen. Und zählte die Tage, bis die 14 Tage wieder um waren. Gemildert wurde die Ungeduld nur dadurch, dass die gleichaltrige Tochter der Nachbarn auf derselben Etage ein ebensolcher Bücherwurm wie ich war und sich ebenfalls 5 Bücher auslieh. Wir tauschten dann, jedenfalls die Bücher, welche uns beide interessierten.

Das war nicht bei allen Büchern der Fall, denn ihre Vorliebe für Pferdebücher teilte ich nicht und nach dem 5. Hanni und Nanni Buch und anderen Internatsbüchern hatte ich deren stereotypen Geschichten auch über. Aber es gab ja noch andere Bücher, bei denen wir wieder auf einer Wellenlänge waren.

Irgendwann gelang es mir, meine Eltern zu überzeugen, dass ich selbst beim welchselnden Büchersortiment des Bücherbusses diesen vollständig leergelesen hätte und praktisch keine neuen Bücher mehr fände, weil im Turnus ja gar nicht so viele Bücher immer wieder wechseln konnten. Und meinen Eltern die Erlaubnis für einen „richtigen Ausweis“ bei der Münchner Stadtbibliothek abzubetteln. Nicht dass sie etwas gegen den Ausweis und die Ausleihe dort gehabt hätten, aber die nächste Stadtbibliothek lag am Hart und damit rund eine halbe Stunde hin und eine weitere wieder zurück entfernt, die Zeit zum Schmökern und Durchforschen der dortigen Regale nicht eingerechnet. Es bedurfte dann auch noch einer kleinen diplmatischen List, um mindestens einmal wöchentlich dorthin galoppieren zu können – ich lieh Bücher auch für meine Mutter mit aus, die ihr gefielen. Und da sie an jedem längere Zeit las, als ich und länger als eine Woche, kam ich mit dem Ausleihkontingent gut über die Runden bis zur nächsten Woche. Zumal es nicht auf 5 begrenzt war – aber was machte es schon, an der Büchertasche mehr zu schleppen, als am Schulranzen?

Bücherbusse sind damit kein schlechtes Beispiel dafür, wie mobile Bücherquellen Menschen bewegen…….und in Bewegung setzen……oder setzen können, sehr viel weiter zu traben, um die Quelle nicht versiegen zu sehen. Durstig nach Büchern, Wissen und Lesen. Und wenn man Bücher liebt……

Weitere Beispiele mobiler Bücherquellen sehen Sie in diesem Beitrag.

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