Living With Books {30}

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Lulatsch in der Bibliothek © Liz Collet

Nein, eine grosse Hilfe ist er nicht, beim Aufräumen von Büchern. Das bleibt dann wohl doch wieder allein an mir zu tun. Aber eine gute Gesellschaft beim Lesen. Er kann gut schweigen.

Das ist nicht nur in der Bibliothek (m)eines Berufsstandes eine schätzenswerte Eigenschaft und Fähigkeit, dem Schweigepflicht und Diskretion quasi eine zweite Haut sind. In der mancher andere nicht gern stecken möchte, dem es schwer fiele, nicht über alles zu quatschen und zu quasseln, was er eben berufsbedingt mit sich allein abzumachen hat. Oder den ich nicht in manchem Beruf sehen möchte, wissend, worüber derjenige alles gern so indiskret quatscht.

Nein, ich gehöre zu den Menschen, die beim Lesen gern niemanden um sich haben, der jedes Mal, wenn er selbst grad irgendwas denkt, mir das mitteilen muss ohne sich darum zu kehren und zu scheren, dass ich gerade ins Lesen vertieft bin. Ob in Arbeit, Zeitung oder ein gutes Buch – alle paar Sekunden von einem Satz aus diesen herausgeholt zu werden, weil jemand mehr Mitteilungsbedürfnis als Aufmerksamkeitsspanne für das hat, was der andere grade tut, weckt für mich in mir ungefähr die gleichen Reflexe wie eine Stubenfliege, die mich anhaltend umschwirrt.

Ich sage nur: Fliegenklatsche.
Nein, ich sage das nicht. Nicht laut. Ich flüstere es kaum. Nicht etwa, weil Sie lesen. Sie folgen ja gerade meinen über die Tastatur und den Screen huschenden Buchstaben und so störe ich Sie ja nicht bei anderer Lektüre.

Nein, ich sage das nicht laut, weil man das natürlich nicht sagen darf! In Ruhe lesen zu wollen, ungestört und allenfalls gestört werden zu wollen, wenn das Haus abbrennt oder wenn das eigene Kind etwas von einem möchte, wird von wenigen verstanden.

So ein Lulatsch hingegen ist eine wirklich feine Gesellschaft beim Lesen.
Er kann wunderbar schweigen.
Alle anderen muss ich töten.
Mit Blicken.
Erst mit Blicken.
Britzelblitzblicken.
Zur Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit.
Als Warnung.
Wenn das nicht hilft……….

…ich sage es mal so:
Ich liebe nun mal Krimis.
Manchmal mehr als die Verfassung und den darin niedergelegten Grundsatz der Verhältnismässigkeit.
Denken Sie es zu Ende.
Und seien Sie gut beraten, (darüber) lieber zu schweigen.

Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen
und fünfzig, um schweigen zu lernen.

Ernest Hemingway

Manche lernen es nie…….

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Ein Gedanke zu “Living With Books {30}

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