Utta Danella mit 95 Jahren verstorben

© Liz Collet, Kottmüllerallee, Kottmüller Allee, Murnau, Murnauer Moos

© Liz Collet

Wenn ich den Namen Utta Danella höre, fällt mir  zuallererst „Der blaue Vogel“ ein. Ein Buch, das ich nicht über die ersten 10 Seiten hinaus gelesen habe. 10 Seiten, die bereits 10 Seiten zuviel für mich waren und mich keine weitere Seite der Autorin lesen liessen. Aber: Auch (fast) ungelesene Autoren sterben. Fast von mir ungelesen.

Das gleichaltrige Nachbarsmädchen – eine Leseratte wie ich, wir tauschten daher gern leihweise die Bücher, um den Lesestoff zu vergrössern – hatte das Buch geschenkt erhalten und begeistert weggeschmökert. Sie las danach jedes weitere Buch der Autorin. Mich konnte keines der weiteren Bücher jemals verlocken. Daran änderte nichts die anzuerkennende Zahl der verkauften Bücher, die Beliebtheit der Verfilmungen. Fragte ich jemanden, der ihre Bücher gern las, hörte ich meist kaum etwas anderes als: Sie ist eine der bestverkauften Autorinnen. Ist das für Sie ein Argument, warum jemandem ein Buch oder die Bücher eines Autors gefallen? Das ist so wie: Alle klicken das an. Oder: Bei der Quote muss ich das doch auch anschauen (im TV) oder lesen und mögen.

Anders ausgedrückt:

Ich habe noch nie Bücher nur deswegen gelesen oder Autoren favorisiert, nur weil sie im Trend oder Hype lagen und liegen. Das ist nicht nur bei Büchern so. Anders als eine Bekannte, die heute im Buchladen die dort nach der Meldung des Todes der Autorin nun ausliegenden Bücher von Utta Danella meinte, sie habe noch nie ein Buch von ihr gelesen, aber nun müsse sie sich unbedingt eines kaufen, wo diese doch so viele verkauft habe, wird weder „Der blaue Vogel“ noch ein anderes der Bücher einen Platz auf dem Büchersofa oder im Bücherschrank erhalten. Oder ändert der Tod eines Menschen IHREN Literaturgeschmack?

Und: So verschieden können eben Vorlieben und Geschmäcker bei Büchern, (deren) Filmen und vielem anderem im Leben sein. Das merkt man nicht zuletzt oft gerade bei der Quote………..im TV.

Lil Dagover sagte einmal „Eine kluge Frau wird manches übersehen, aber alles überschauen.“

Münzen wir das in diesem Fall (und für Bücher) darauf um, dass man gern alles überschauen kann, aber manches auch übersehen sollte, für das die Lebenszeit schlicht zu kurz ist, um sie nicht lieber mit dem zu füllen, was einem mehr Genuss bereitet.

Chacun à son plaisir.

70 Millionen Bücher hat Utta Danella verkauft, viele ihrer Romane wurden für das deutsche Fernsehen verfilmt: Mit 95 Jahren ist die Schriftstellerin Utta Danella gestorben. Die Zeit widmet ihr hier einen Nachruf.

Wie man liest, werden Liebhaber ihrer Bücher oder der (nicht immer nach Utta Danellas Gusto erfolgten) Verfilmungen auch weiterhin auch auf letztere und neue Verfilmungen nicht verzichten müssen. Chacun à son gôut.

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