Happy 125. , Agatha Christie!

Happy 125. Birthday Agatha Christie © Liz Collet

Happy 125. Birthday Agatha Christie © Liz Collet

Bevor ich ihre Bücher zu lesen bekam, kannte ich 16.50 Uhr ab Paddinton.

Mit der natürlich unvergleichlichen und unvergessenen Margret Rutherford und einem Mister Stringer, den es im gleichnamigen Kriminalroman von Agatha Christie eben nicht gab. Ich liebte die Schwarz-Weiss-Verfilmungen auch noch, nachdem ich diese und andere filmischen Freiheiten der Verfilmungen gegenüber den Büchern später erkannte. Und auch nachdem ich wusste, wie wenig Margret Rutherford dem Wunsch Agatha Christies oder ihrer Beschreibung entsprach. Joan Hickson und Helen Hayes fanden optisch nie meine Vorliebe.

Ich bekomme kriminell gute Laune schon wenn ich die Titelmusik der Filme höre.

Die Filme sind die eine Sache. Die Bücher die andere. Sie stehen für sich, die einen wie die anderen. Und wie man weiss, hatte Agatha Christie nicht mit allem bei den Verfilmungen nur ungeteilte Freude. Die ersten Bücher lieh ich mir über den Bücherbus neben der Grundschule, die ersten Krimis auch – von Agatha Christie, was sonst?

Nicht alle konnte ich dort wie auch in den Städtischen Leihbibliotheken und später der Uni-Bibliothek erhaschen. The Body in The Library wanderte als erstes eigenes Taschenbuch eines Krimis von Agatha Christie auf mein Bücherregal, weil er (juchu) eine der Lektüren des Englisch-Leistungskurses war. Ich hatte ihn binnen der ersten Doppelstunde des Englisch-LK ausgelesen, während die anderen abwechselnd vorlesen mussten und mühsam mit Oxfords English Dictionary Absatz für Absatz durcharbeiteten.

So schnell kam ich dann nicht weiter zu Nachschub von Agatha Christie, wie mir gelüstete, weder gekauft, noch geliehen.
Und weil mich das betrübte, bekam ich von einem Studienfreund (und späterem Ehemann und Vater des besten Sohnes, den kleine Lizchen haben können; ein Sohn, der nicht nur die Krimiglüstl teilt) den Tipp, doch auch mal Dorothy Sayers zu lesen. Von der er zufällig zwei, drei Taschenbücher hatte und mir lieh und über die ich bei der Gelegenheit erst erfreut lernte, dass diese als eine der drei Queens of Crime neben Agatha Christie und P.D.James bezeichnet wurde. Und die durchaus vergnügliche  Krimistunde pro Buch verschaffte. Aber leider zu wenige Bücher geschrieben hatte. Ich wurde vom selben Studienfreund mit weiteren Taschenbüchern aus seinem Buchregal versorgt, die er vereinzelt hatte. Zu denen auch Georgette Heyer, Boileau-Narcejac und zwei, drei Hitchcocks gehörten und zwei drei andere Taschenbücher aus der berüchtigten schwarz-roten Goldmann-Serie. Und ich weitete über die Unibibliothek Regensburg und die Bayerische Staatsbiblithek den dort erreichbaren Lesestoff an Krimiautoren weiter aus, während ich nach und nach versuchte, die weit über 80 Romane von Agatha Christie zu finden und zu leihen.

Die vorhandene Lücke der Kriminalromane von Agatha Christie liess sich erst langsam wirklich schliessen, als ich – bereits Referendarin und zudem Lehrstuhlassistentin und Bäckerlizchen – mit erheblich besserem Budget versorgt auch beginnen konnte, mir nicht nur Lehrbücher und Fremdsprachenlexika und -lehrbücher zu kaufen. Die beim Budget Priorität haben mussten während des Studiums. Sondern nun auch öfter mal Taschenbücher zum puren Vergnügen. Das sich kriminell nicht nur zwischen den Buchdeckeln aller dortigen Seiten einnehmend ausnahm, sondern sich nach wie vor wie kriminell sündhafter Luxus anfühlte, obwohl ich es mir inzwischen leisten konnte. Mir hin und wieder eben Bücher zu kaufen, die nicht ausbildungsbedingt waren.

Ich kaufte sie in einer der kleinen Buchhandlungen und freute mich schon vor dem Weg dorthin wie kleine Kinder auf Weihnachten, ob und welches vielleicht im Regal zu finden sein würde von Agatha Christie. Oder wenn ich mir wieder eines bestellte, das ich dann anderntags mit doppelter Vorfreude des sicheren Wissens, dass es mich erwarten würde, abholte. Und noch am selben Tag nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich es gelesen hatte. Was bei den Taschenbüchern oft nur 1-2 Stunden dauerte. Ich erhöhte den Zeitraum für die Lektüre, wenn auch nur geringfügig, indem ich begann, die anders nicht im Handel erreichbaren der Krimis als englischsprachige Ausgaben zu bestellen. Das traf dann gut zusammen mit einem Jubiläum zum 100. Geburtstag von Agatha Christie, das der Scherz Verlag zum Anlass nahm, reihenweise Romane von Agatha Christie auf den Markt und in den Buchhandel zu bringen.

Alle Werke bekam man nicht und zudem musste man inzwischen darauf achten, dass manche ihrer Bücher unter unterschiedlichen deutschen Titeln mehrfach veröffentlicht worden waren. So geschah es eines Tages, dass ich ein vermeintlich noch mir nicht bekanntes Buch kaufte und voller Vorfreude zu lesen begann, das mir nach wenigen Zeilen seltsam bekannt vorkam.

Tatsächlich war ich einem anderen Buchtitel-Namen zu einem Buch von Agatha Christie aufgesessen, das ich unter anderem Titel bereits selbst besass. Mich ärgerte nicht das Doppel oder die Ausgabe des Geldes – man konnte sie weiter verschenken oder verkaufen oder umtauschen. Sondern die enttäuschte Vorfreude am Abend einen neuen Krimi lesen zu können, die damit endete, kein neues Lesefutter für den Abend zu haben. Das sollte nicht wieder passieren.
Schliesslich tippte ich auf meinem Commodore 128 eine Liste mit allen Titeln der Bücher von Agatha Christie in Tabellenform mit dem englischen, den verschiedenen deutschen Titeln und welche ich bereits besass und hatte die Liste immer in der Tasche, wenn ich unterwegs war, um in Buchhandlungen nicht erneut solch eine Panne zu haben. Es gab noch kein Internet und hatte einige Mühe gemacht, die Liste komplett zu erstellen. Die StaBi war mir hilfreich wie stets. Meine Buchhändlerinnen ebenso, besonders jene in der Nordendstrasse, die ich in meiner Kanzleimittagspause oder an den Freitagen besuchte, mit dem besten meiner Söhne, mit dem ich nach Kindergarten-Ende freitags mittags den Elisabethmarkt unsicher machte. Und auch die Buchhandlung, die auch für ihn immer seitenweise Schönes parat hatte. Bevor wir den Freitagnachmittag daheim dann gemeinsam die Woche ausklingen und quatschend und kochend und backend das Wochenende einklingen liessen. Immer auch mit seitenweise Futter zwischen Buchdeckeln, Krimis für kleine Lizchen, Geschichten vom Petzibär, vom Kleinen Nick oder anderen Abenteuern und Abenteurern, die so schön zur gemütlichen Stunde und Runde bei Tee und Kakao zu geniessen waren. Lesend, vorlesend. Nicht wenige Freitage abends dann ausklingend bei Krimi. Nicht erst, aber besonders seither ist Freitag Prime Time für Crime Time.

Die Buchhandlung sollte noch andere wunderbare Geschichten und Bücher und Menschen in und zwischen den Büchern bergen, wie die mit Klaus von Bismarck, den ich zusammen mit seiner Frau kennenlernte in ihrer Wohnung auch nur wenige Meter meiner Kanzlei entfernt, wo die Abschiedsfeier für meine Buchhändlerin und ihren Laden für viele nette Menschen stattfand, als sie die Buchhandlung schliesslich aufgeben musste. Weil kleine Buchhandlungen mit vielem zu kämpfen hatten. Und zu kämpfen gehabt hätten, egal wieviele weitere Krimis und Kinderbücher und andere Bücher ich dort hätte kaufen können oder wollen. Oder die Menschen, die den Abschied mit einem weinendem Auge mit“feierten“. Als Neuanfang für etwas anderes für jene Lieblingsbuchhändlerin. Bei der ich nicht wenige der sonst schwierig zu bekommenden englischen Ausgaben der Bücher von Agatha Christie bestellen hatte können. Auch die Autobiographie, die weitere Biographie und die Bücher, die unter dem Pseudonym Mary Westmacott veröffentlicht worden waren.

Ich bin viel zu viele Jahre zu spät geboren, um die Premiere von Agatha Christies „Mausefalle“ erlebt zu haben – Radiohörspiel wie Theaterpremiere gleichermassen. Aber die Premiere ihrer Stücke in der Müncher Krimibühne der Blutenburg liess ich mir nie entgehen. Auch nicht die anlässlich eines Jubiläums der Blutenburg selbst. Die Krimibühne gibt nicht nur Stücke von Agatha Christie und ist immer auch sonst einen Besuch wert. Werden aber Stücke von Agatha Christie inszeniert, ist es ein unvergleichliches Vergnügen, in dem kleinen Theater mit der ganz eigenen Atmosphäre diese zu erleben, Theaterpause inklusive bei einem der Cocktails, von denen einer ihren Namen trägt. In der Krimibühne des Blutenburg-Theaters wird die Mausefalle ab 3. Oktober wieder zu sehen sein.

Über die Zeit und die Jahre hinweg ist meine Vorliebe für Krimis, die Zahl der gelesenen Krimis und Autoren unzählbar geworden. Mit Vorlieben für einige Autoren, die ich während und auch durch meine Kanzleitätigkeit kennenlernte und deren Krimis manchmal ebenso interessant wie deren übrigen Leben und Berufe waren, wie jene, die dtv publiziert hatte und unter denen ich Autorinnen entdeckte, die beinahe interessanter als ihre Krimis waren. Was viel bei mir heisst.

Die faszinierendste der Autorinnen aber ist – auch mit ihrem Leben jenseits der Bücher – Agatha Christie.

Ich schmökerte mich durch Diogenes-Krimis wie durch Goldmann-Serien und entdeckte vielerlei verschiedene und spannende Krimis.

Für den jeweils neuesten Band von Elizabeth George schliesslich genügte meine Geduld nicht mehr auf das Taschenbuch zu warten. Aber das und wieviele tägliche Besuche meiner Buchhandlungen rund um die Kanzlei mich das kostete kurz vor einem dreiwöchigem Toskana-Urlaub, in den wie in jeden anderen auch eine Büchertasche reiste, ist eine andere Geschichte. Und auch, dass und warum es Menschen gibt, die Post an mich privat oder meine Kanzlei schickten, adressiert an „Mäxchen Marple-Platte“, die allesamt ankamen.

Bei aller Liebe zu vielen Krimis und ihren Autoren……….keiner hat bisher der Queen of Crime für meinen Gusto je den Rang ablaufen können. Sie ist die Queen of Crime für mich.

Zwei, drei Buchtitel von Agatha Christie fehlen bis heute in meinem Regal. Vielleicht finden auch diese irgendwann den Weg in meinen Bücherschrank, der alle anderen Bände sein eigen nennt. Zu denen auch ein Band mit Weihnachtsgeschichten gehört, welche wohl die wenigsten Menschen mit Agatha Christie in Verbindung brächten.

Noch immer freue ich mich auf Lese-Stunden mit Krimis , im Besonderen denen von Agatha Christie. Und eines ihrer Bücher wird – Freitag oder nicht – den heutigen Abend füllen. Für eine Stunde..oder zwei. Ich lese noch immer………schrecklich schnell. Was für ein Glück, rund 80 Stunden leicht ……..trotzdem mit Agatha Christie aus dem eigenen Bücherschrank füllen zu können.

Happy 125th Birthday , Agatha Christie and thank You for the pleasure of Your books !

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