Das Eichhörnchen und die Literatur

© Liz Collet

© Liz Collet

„Der Teufel ist ein Eichhörnchen…….“

heisst es in einer Redensart.

Für jeden, der (wie beispielsweise ich) Eichkatzerl mag, liegt eine solche Vermutung bei den possierlichen Tieren völlig fern. Zu gern beobachte ich sie seit Kindesbeinen und freue mich, wo immer sie unter anderem sogar rund um meine Wohnungen oder Büros und in der Stadt in den Bäumen unterwegs waren und sind.

Eichkatzerl im Moosacher Hinterhof © Liz Collet

Eichkatzerl im Moosacher Hinterhof © Liz Collet

Dazu hatte ich nicht nur im Pfaffenwinkel bei meinen Grosseltern, in Parks in München wie dem Luitpoldpark, an dem meine Schule lag oder von meinem Büro am Nymphenburger Kanal vielfach Gelegenheit. Es ist auch vorgekommen, dass einer der Racker sogar über die Rankpflanzen der Balkone bis in den dritten Stock meiner letzten Münchner Wohnung gelangte und dort in das Arbeitszimmer hüpfte  und bei meinem Betreten des Zimmers zu meiner und ihrer Überraschung entdeckt artgerecht und arttypisch als Fluchttier huschhusch wieder hinausflitzte.

Moosacher Hinterhof © Liz Collet

Moosacher Hinterhof © Liz Collet

Und im dicht bewachsenen und mit hohen alten Bäumen, Brombeer- und Holler- und anderen Büschen bewachsenen Hof zwischen den dortigen Singvögeln umhersprang, zusammen mit zwei oder drei anderen Exemplaren, die sich das Revier dort über die Jahre teilten, in denen ich dort lebend ihrem Spiel zusehen konnte.

Das unvermutet, blitzschnelle Huschen mag vielleicht auch einer der Gründe für das Entstehen jener Redensart gewesen sein, nach welcher der Teufel und damit das Unglück sich auch in ganz kleinen, netten und scheinbar harmlosen Dingen verstecken, unvermutet immer und überall auftauchen kann. Die Redewendung mahnt daher zur Vorsicht und spiegelt Mißtrauen selbst vor einem harmlosen Tier. Schon seit dem Mittelalter sah der Aberglaube in einem Eichhörnchen ein Symbol des Teufels, zu dem auch die rote Fellfarbe beigetragen haben soll. Im Volksglauben nimmt der Teufel die Gestalt eines unverdächtigen Eichhörnchens an, um die Menschen vom rechten Glauben und Weg abzubringen und sie den sonntäglichen Gottesdienst versäumen lassen, wenn es ihnen auf dem Weg begegne.

Das Eichhörnchen ist aber offenbar auch an so erstaunlich vielen Stellen auch in der Literatur anzutreffen, dass sich gar eine Gruppe bei Facebook zum Anliegen gemacht hat, diese Zitate auf ihrer „Clubseite“ zu sammeln, HIER. Ob passender als Profilbild – wie ein Kommentar dort meint –  vielleicht ein Eichhörnchen, nicht ein Flughörnchensymbol wäre, mag Geschmackssache sein. Die Seite aber ist recht interessant, wenn auch noch „jung“ und besteht erst seit Ende 2015.

Hätten Sie etwa gewusst, dass sogar Johann Wolfgang von Goethe sich  mit den possierlichen Nagern befasste?

Das Eichhörnchen

Warum gibt uns die Betrachtung unseres heimischen
Eichhörnchens so viel Vergnügen? Weil es als die höchste Ausbildung seines Geschlechtes eine ganz besondere Geschicklichkeit vor Augen bringt.

Gar zierlich behandelt es ergreiflich kleine appetitliche Gegenstände, mit denen es mutwillig zu spielen scheint, indem es sich doch nur eigentlich den Genuß dadurch vorbereitet und erleichtert.

Dies Geschöpfchen, eine Nuß eröffnend, besonders aber einen reifen Fichtenzapfen abspeisend, ist höchst graziös und liebenswürdig anzuschauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Sicher freut man sich über weitere Eichhörnchenzitate und -freunde, dort ebenso wie die Blogkritzerlin hier und Kommentare zu solchen.

Kennen Sie weitere Zitate aus der Literatur mit und über Eichhörnchen?

Und welche Bücher oder Geschichten über Eichhörnchen lieben Sie?

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Ein Gedanke zu “Das Eichhörnchen und die Literatur

  1. Pingback: Ecken meiner Bücherschränke – Living With Books {36} | Lizchens Büchersofa

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